Campingurlaub am Wulfener Hals auf Fehmarn – Ein Erfahrungsbericht

Eine Woche vor Beginn des Urlaubs fiel die spontane Entscheidung, die schönste Zeit des Jahres auf Fehmarn am Wulfener Hals zu verbringen. Online gebucht war noch spontan eine Woche möglich, der Stellplatz für den eigenen Caravan zwar nicht der größte und schönste, aber immerhin, laut Buchung sollte es ein „Komfortplatz“ sein. Für 450 EURO die Woche zwar ein stolzer Preis, dafür ist der Wulfener Hals aber auch die Luxusversion unter den Campingplätzen. So sagen es zumindest die Bewertungen von ADAC & Co., doch für mein subjektives Empfinden ist dies nicht (mehr) gerechtfertigt.

Die Ankunft
Die Onlinebuchung gibt zwar eine Reservierungsgarantie (man hat ja auch schon vorher bezahlt), trotzdem muss man aber an der Rezeption vorstellig werden. Die Begrüßung fällt sehr sparsam aus (wir waren in den letzten Jahren schon öfter dort), meine Nachfrage, ob Behindertenbegleithunde auch kostenpflichtig sind, wird mit einem skeptischen Blick abgehandelt, weitere Nachfragen erfolgen nicht. Kein „Herzliches Willkommen“, kein Lächeln und keine Freundlichkeit. Obwohl das Empfangspersonal schicke weiße Hemden mit dem Namen drarauf trägt. Am Stellplatz angekommen, stellt sich heraus, dass der gebuchte Platz schon sehr klein ist, eine Stellmöglichkeit des Wohnwagens gemäß der Platzordnung (Mindestabstand drei meter) ist gar nicht möglich, woran sich aber in der Woche des Aufenthaltes keiner stört. Außer einer unserer Nachbarn, der auf „seiner“ Grundstückgrenze beharrt und sich nicht einverstanden erklärt, diese durch das töchterliche Zelt bebauen zu lassen. Willkommen im Urlaub!

Der Aufenthalt
Der Campingplatz ist ein wenig in die Jahre gekommen und den hohen Preis nicht mehr wert. Die sanitären Anlagen sind teilweise sehr unansehnlich: Schimmel in den Ecken, verstaubte Lüftungen, verschmierte Toilettenwände, überlaufende Bidets, dreckige Duschen. Das Kinderzelt ist offensichtlich Jahre nicht gereinigt worden von außen, ebenso die anderen Partyzelte. Viel wirkt alt und improvisiert. Jedoch wurde in einen neuen Wohnpark mit kleinen Ferienhäusern investiert, diese liegen aber preislich in der Hauptsaison schon deutlich über einhundert Euro pro Tag. Die Gastronomie ist ebenso nicht gerade ein Hochgenuss, wenn man Imbissnahrung favorisisiert, ist man hier gut bedient. Die Arroganz mancher Restaurantbedienungen ist aber so stark ausgeprägt, dass man schon bei der bloßen Begegnung keine Lust mehr hat auf ein Essen, welches als exklusiv und frisch verkauft wird, aber zumeist aus TK-Ware besteht. Das Internet auf dem Platz ist die Erwähnung nicht wert, mit einem 56K-Modem surftmanschneller. Anrufe bei der Hotline enden ergebnislos. Das Freibad ist mit einem täglichen Zuschlag nutzbar, warum dieser nicht gleich in der Platzgebühr integriert ist, ist nicht wirklich verständlich. Hier sollte der verantwortungsvolle Erziehungsberechtigte seine minderjährigen Kinder übrigens nicht alleine hinschicken, da die Aufsicht durch das herumlümmelnde mit Smartphone abgelenkte DLRG-Personal nicht wirklich optimal erscheint. Im Supermarkt sollte man immer Bargeld dabei haben. Kartenzahlung ist zwar möglich, wird aber nicht gerne gesehen und jeweils mit einem schweren Stöhnen quittiert. Die Animationsaktivitäten nimmt man nicht wirklich wahr, bei den Abendveranstaltungen ist entweder das Zelt überfüllt oder der Ton weg, aber egal, der Rubel rollt ja auch so. Die Platzruhe ist ein weiteres Thema, welches nur erwähnt wird, aber nicht wirklich beachtet. Selbst weit nach 22:00 Uhr musste man noch darauf achten, nicht von einem herannahendem Auto überrollt zu werden. Die Nachtruhe wird ebenso überbewertet, Platzparties sind auch nach Mitternacht die Regel, der Sicherheitsdienst feiert offenbar mit oder ist desinteressiert.

Der Strand
Bewacht durch halbstarke DLRG-Bedienstete (diese sind auch im Freibad teilweise anzutreffen) hat man Glück und kann eine halbwegs algenfreie Stelle erwischen. Im Großen und Ganzen ist der Strand verschmutzt, wir haben Glasscherben, Plastikmüll und hunderte von Zigarettenkippen gefunden. Für Familien mit Kleinkindern nicht wirklich ideal. Bei schönem Wetter ist der Strand trotzdem rammelvoll, dann kommen bei leichtem Wind die Kitesurfer und normalen Surfer noch dazu und dann muss man schon aufpassen, nicht von einem Lenkdrachen oder Segel erschlagen zu werden. Auch gibt es bei den Hunden auch viele Exemplare, die es an den „normalen“ Strand geschafft haben, ohne Hinweis, dass diese nicht erlaubt sind. Aber mit den Vorschriften nimmt man es ja nicht so genau.

Fazit
Die Lage ist wirklich einmalig, der Strand überwiegend schmutzig und das Personal alles andere als freundlich. Wer aber Wassersport betreiben möchte und Party bzw. seine Kinder in fragwürdige Betreuungsangebote abladen kann, der sollte dieses Angebot annehmen.

Hausarbeit im Hochsommer

Ich mag keine Klausuren, also schreibe ich lieber Hausarbeiten. Doch dies wirkt sich nun zum Nachteil für mich aus, denn es ist Hochsommer und auf meinem Schreibtisch türmen sich Bücher und Zettel aus dem Leben von Machiavelli. Dieser soll zwar einer der größten Philosophen der Neuzeit sein, doch bringt mir das nicht wirklich Motivation zum Schreiben, wenn man rausschaut: Die Sonne scheint, man wünscht sich ein Kaltgetränk und die Nähe zum Wasser. Stattdessen sitze ich in meinem Dachbodenbüro bei gefühlten 40 Grad im Schatten und zermürbe mir meinen Kopf, um möglichst der Thematik nahe zu kommen, welches Menschenbild dieser Herr Machiavelli hatte und vielleicht auch warum. Wobei das schon fast zu weit gehen würde, denn Spekulationen sind der Tod einer jeden Hausarbeit. Also bleibe ich lieber bei handfesten Argumenten. OK, ich schreibe jetzt gerade diesen Blog anstatt mich mit Machiavelli zu beschäftigen, doch ist man nicht um jede Ablenkung dankbar? Doch die Frist zu Abgabe ist gnadenlos, aufschieben bringt auch nicht, also bleibt mir nichts anderes übrig, als mich weiter der Politischen Theorie zuzuwenden und zu hoffen, dass das Leben nicht gänzlich an mir vorbeigeht.

Neue Seite, neuer Blog, neues Design

Nach einiger Zeit des Stillstandes habe ich jetzt auch digital einiges entrümpelt und mir eine neue Seite zugelegt. Wie in der Überschrift schon erwähnt, gibt es jetzt ein neues zeitgerechtes Design, regelmäßige Blogbeiträge und hoffentlich auch viele Kommentare, denn im neuen digitalen Zeitalter ist das genau der Weg.

Axel Otersen