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Axel Otersen

Ein Abenteuer in einer anderen Welt: ORMOG, Der letzte weisse Magier

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Fantasy-Buch und Debutwerk von Thomas Engel

Das Buch „ORMOG: Der letzte weisse Magier“  lässt die Leser  in eine völlig andere Welt eintauchen. Als klassische Fantasy-Geschichte konzipiert, ist der Handlungsort ein fiktiver Planet namens Magnus, auf dem viel Magie herrscht und wo es ein großes Problem gibt: Die Magier des Weißen Ordens und die abtrünnigen Gorgulzauberer ringen um die Macht und entweder der herrscht das Böse oder das Gute. Der Protagonist Ormog ist dazu auserkoren, das Problem zu lösen. Natürlich gibt es ein gutes Ende, die Zivilisation wird vor dem Untergang bewahrt und Ormog ist der wahre Held der Geschichte.

Beim Einstieg ist die Geschichte ein wenig verwirrend, denn es gibt Zeitsprünge und teilweise nicht sehr genaue Erläuterungen. Diese Unklarheiten werden aber im weiteren Verlauf geklärt. So nach und nach wird man hineingezogen in die Fantasiewelt von Magnus und Spannungsbögen sind mehrfach in dem Buch vorhanden. Auch die beiden dargestellten Sichtweisen von Ormog und der Elitekämpferin Vatya sind sehr facettenreich und tragen zur Abwechslung bei.

Geeignet ist das Buch für Jugendliche ab 12 Jahren. Obwohl es sehr viel von Macht, Intrigen und Krieg handelt, kommt es nicht zu blutrünstigen Schlachten. Es geht vielmehr um Strategien und geheime Manöver, so dass das Buch ohne große Gemetzel auskommt. Aufgrund der teilweise verschachtelten Handlungsstränge ist es aber nicht immer einfach, den Überblick zu behalten, für manche erwachsenen Leser ist aber vielleicht gerade dies ein nicht zu verachtender Anreiz.

Der Autor

Thomas Engel ist mit seinen 16 Lebensjahren ein sehr junger Autor. Er wohnt in Nürnberg, besucht dort die 10. Klasse eines Gymnasiums und hat außer dem Schreiben auch die Musik als Hobby, er spielt Klarinette und singt im Chor.

Als Kind wurde ihm schon sehr früh die Welt der Bücher vertraut, denn seine Eltern lasen ihm viele Geschichten, Märchen und Sagen vor, und er kam über seinen älteren Bruder, der ein humanistisches Gymnasium besuchte, in Kontakt mit antiken Schriften und Sprachen. Besonders faszinierend erlebte er in dieser Zeit auch die SF-Serien und Kinofilme von Star Trek und Star Wars. Sobald er Lesen gelernt hatte, verschlang er nach einigen Jugendbüchern, Harry Potter und der Ringwelt die häusliche SF-Bibliothek seiner Familie: u.a. Romane bzw. Geschichten von Asimov, Bradbury, LeGuin, Herbert, Eschbach, Silverberg, Heinlein, Clarke, van Vogt, Shekley, Lem, Niven, Pratchett, Sheffield, Robinson, Card, Aldiss, Sapkowski…

 

Er tauchte in die Welten der Bücher zu einer Zeit ein, als bei ihm– außer allergischem Asthma – noch eine fortgeschrittene chronische juvenile Polyarthritis aller Gelenke (JIA) diagnostiziert wurde, die lange unerkannt blieb, weil diese spezielle rheumatische Autoimmunerkrankung bei Kindern relativ selten und im normalen Umfeld den meisten Menschen unbekannt ist. Diese Erkrankung bewirkt eine schmerzhafte Entzündung aller Gelenke des Körpers, die die Beweglichkeit auch im Alltag stark einschränkt und die viele Arztbesuche, Klinikaufenthalte und Therapieversuche nötig machte – und noch bis heute – macht.

Mit 13 Jahren hat er dann begonnen, eine von seinen Magnus-Geschichten handschriftlich niederzuschreiben, zumindest die ersten 80 Seiten, danach ging er zum Schreiben auf dem PC über. Daraus ist der vorliegende Fantasy-Roman Ormog entstanden, und es ist, wie gesagt, nur eine der vielen Geschichten, die auf „seinem“ Planeten Magnus geschehen sind…

Der Rest ging dann ganz schnell, ein Verlag wurde gefunden und somit ist dann das Buch als Erstlingswerk erschienen. Eine Fortsetzung der Geschichten rund um den Planeten Magnus ist schon in Arbeit.

Angaben zum Buch: ORMOG, Thomas Engel, 2016, Fabulus-Verlag, Tanja Höfliger, Fellbach,. ISBN 978 3 944788 30 2

Diese Rezension ist auch erschienen unter:

https://scheinwerfer.uni-bremen.de/2016/11/28/ein-abenteuer-in-einer-anderen-welt-ormog-der-letzte-weisse-magier/

Casting: Eine Geschichte über eine Welt, bei der Show und Spiel das Leben bestimmen

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Schon ab der ersten Seite taucht der Leser in eine fremdartige Welt ein, die aber dennoch viele Elemente aus der Realität enthält. Der Titel des Buches ist dabei Gesetz und bestimmt das Leben der Protagonisten. Für eine Wohnung, Lebensmittel oder andere Annehmlichkeiten des Lebens muss man sich casten lassen für eine Show und kann dann die entsprechenden Preise gewinnen. Das gesamte Leben ist ein Wettbewerb um das Gewinnen und Verlieren.  Wer nicht in der Lage ist, ständig zu gewinnen, verliert seine Wohnung und weitere Annehmlichkeiten und geht ans untere Ende der Gesellschaft. Die Gewinner wohnen in festen Unterkünften, die Verlierer hausen in Zelten. Ist man gar „castingunfähig“, wird man komplett ausgeschlossen und endet in einem Arbeitslager. So kann man ungefähr die surreale Welt des Protagonisten Lovis beschreiben, der sich am System zwar auch bedient, aber keinesfalls dahintersteht. Ihm kommen immer mehr Zweifel und Fragen und er findet dabei Gleichgesinnte, die wissen wollen, was hinter dem ganzen System steckt. Dabei führt sie ihr Weg über diverse Stationen, sie schaffen sich einen eigenen Rückzugsort und am schließlich gibt es ein harmonisches Ende.

Der schnelle Einstieg in die Geschichte fällt leicht, denn man ist schnell mitten drin im Geschehen. Doch was befremdlich wirkt sind neben der seltsamen Namen der Casting-Show-Juroren, so zum Beispiel Ra Putzel oder Quassel Strippe, die gesamte Lebenswelt, die Fragen offen lässt. Denn in der beschriebenen Welt der Castingshows herrschen Regeln und Vorgaben, alles wird überwacht von den Controlleuren. Es gibt auch Strafen, doch Gewaltanwendung exisitiert nicht im Buch. Auch in den Arbeitslagern verrichten die Menschen lethargisch ihre alltägliche Arbeit, aber auch hier wird nicht beschrieben, dass man sich gewaltsam in dieser Position befindet. Ein weiteres seltsames Element ist der Juror Kaspar Scherzinger, der im bayerischen Dialekt redet und Leser für jeden Kommentar von ihm eine Übersetzung ins Hochdeutsche finden. Finanziert wird diese ganze Castingwelt von einem reichen chinesischen Geschäftsmann für eine „Welt da draußen“. Das erinnert ein wenig an die Truman Show, nur dass in dieser Geschichte die Castingwelt deutlich grausamer ist und der voyeuristische Aspekt eher dem Wettkampf gewidmet ist. Außerdem werden mit den reichen Chinesen Klischees bedient, die die Story an sich gar nicht nötig hätte.

Wie die äußere Welt aussieht, erfahren die Leser nicht. Dass dann alles am Ende harmonisch endet und die Castingmenschen wieder befreit sind von ihrem künstlichen Leben voller Wettbewerbe und Zwänge, wirkt zu einfach und frustriert den Leser mehr als dass es ihn befriedigt. Die Idee für das Buch ist gut, die Geschichte auch, die Umsetzung eher dürftig, da der Leser mit Fragen zurückbleibt und die beschriebene Welt viele Lücken aufweist. Für einen (Lese-) Nachmittag ist das Buch aber auf jeden Fall ein netter Zeitvertreib.

Casting: Spiel ums Leben von Yvonne Richter, erschienen 2016 im Fabulus-Verlag, ISBN 978 3 944788 28 9

Diese Rezension ist auch erschienen unter:
https://scheinwerfer.uni-bremen.de/2017/01/19/casting-eine-geschichte-uber-eine-welt-bei-der-show-und-spiel-das-leben-bestimmen/

 

Keine Antwort auf Emails

Seitdem der geschriebene Brief mehr und mehr abgelöst wird durch elektronische Kommunikation scheint das Leben im wahrsten Sinne des Wortes einfacher zu werden. Denn schließlich hat man auch nichts mehr in der Hand, sondern liest am Bildschirm, kann sofort antworten und reagieren und innerhalb von Bruchteilen von Sekunden ist die Antwort wieder beim Empfänger. So sieht der Idealfall aus, die Realität ist aber weit davon entfernt. Meine Erfahrung ist, dass immer weniger Emails sofort beantwortet werden, manchne brauchen Tage, und kommt dann mal eine Antwort, ist diese auch nicht gerade befriedigend. Aber viel schlimmer ist es, wenn gar keine Antwort kommt. Dies passiert immer häufiger, und auch wenn es um offizielle Dinge geht wird immer öfter gar nicht geantwortet: Da geben sich von Mobilfunkunternehmen über Gasversorger nichts, da antwortet man lieber gar nicht, bevor das alles noch in die falsche Richtung geht oder man gar noch Zugeständnisse macht. Und am schlimmsten ist bei der Generation Web 3.0, wo die Email grundsätzlich dem SPAM zugeordnet wird und keine Wichtigkeit dahingehend erlangt, dass man darauf antworten müsse. Bei mir ist es mittlerweile schon soweit, dass ich wieder einen Schritt zurück gemacht habe und meine Kommunikation wieder auf Brief umgestellt habe, vorzugsweise mit Einschreiben, damit man auch einen Nachweis hat. Und siehe da, die Reaktion lässt nicht lange auf sich warten, aber es bleibt spannend, in welche Richtung es sich noch weiter entwickeln wird.

Der unzähligste Pilotenstreik

Am 23. November 2016 streiken die Piloten der Deutschen Lufthansa. Wieso eigentlicht? Mehr Gehalt? Nein, das wäre ja zu oberflächlich. Es geht um Altersvorsorge, Arbeitsplatzsicherung, Vertragsgrundlagen, gleiche Chancen und Möglichkeiten für alle. Insgesamt also ethisch gesehen völlig korrekte Ziele, da der Arbeitgeber, in diesem Fall Lufthansa, als Gegenspieler Kosten sparen will, um die Bedürfnisse der Aktionäre nach Rendite und die Bedürfnisse der Kunden nach preiswerten Tickets zu befriedigen. Ein Drahtseilakt, der nur mit der Erpressungsstrategie des Streiks erzwungen werden kann. Nimmt man die Kosten der Streiks allein der letzten fünf Jahre, hätten sich die Piloten davon eine satte Gehaltserhöhung gönnen können und alle wären zufrieden gewesen. Und mehr Kunden hätte das Unternehmen sicherlich auch noch, da die Verlässlichkeit schon sehr gelitten hat. Aber weit gefehlt, denn es wird weiter munter gestreikt, dann mal wieder verhandelt und dann eben wieder gestreikt. Das Spiel geht so lange, bis einer Partei die Luft ausgeht. Und das ist zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht klar, wer das sein wird. Aber die nächste (Luftfahrt-) Krise kommt bestimmt und dann kann man das Unternehmen nicht mehr erpressen mit Streikmaßnahmen, denn sonst würde man es glatt in den Ruin treiben. Aber das ist ja zur Zeit nicht der Fall und einseitig sollte es ja auch nicht sein, denn der „arme“ Arbeitnehmer, hier der Pilot, muss ja auch irgendwie zurechtkommen mit seinem mageren Gehalt. OK, das ist jetzt ironisch und auch beabsichtigt, denn es nervt, diese Streikerei. Denn wenn man hinter die Kulissen schaut, geht es nur um persönliche Befindlichkeiten und vor allem Eitelkeiten einzelner Personen in diesem Verhandlungszyklen, die nicht mitspielen wollen und ihre Machtverhältnisse dabei nebenbei überprüfen wollen. Arme Wirtschaftswelt. Da ist mir ein Autokonzern, der seine Kunden bescheißt fast noch lieber.

Es ist 08:00 Uhr, und ab heute Mittag beginnt das neue Semester. Ich freue mich darauf und bin gespannt auf neue Vorlesungen, neue Inhalte und neue Dozenten. Und dann ist es schon bald soweit und ich muss mir Gedanken machen, was Thema meiner Bachelorarbeit sein wird. Die Zeit vergeht verdammt schnell…

Ein Schornsteinfeger als Langfinger

„Stell Dir vor der Schornsteinfeger kommt und dann ist das Geld weg!“ Genauso erging es uns vor ein paar Wochen. Meine Frau war alleine zu Hause mit den Kindern und es klingelte an der Tür. Es war der Schornsteinfeger, der Zutritt erbat. Es war kein Termin abgesprochen oder angekündigt, die Kinder waren am Toben und Schornsteinfeger drängte regelrecht, seiner Arbeit nachzugehen. Meine Frau gab dem Druck nach und ließ ihn ins Haus, zeigte ihm den Weg und konnte aber nicht mitgehen, weil irgendein Kind irgendwas wollte. Das Fegen dauerte dann auch nicht lange, nach wenigen Minuten (wenn überhaupt) kam der junge Mann wieder nach unten und verließ zügig das Haus. Das Verhalten kam meiner Frau komisch vor, denn erstens war er sehr schnell und zweitens war das fluchtartige Verlassen doch ein wenig seltsam. Sie ging dann noch oben in mein Büro und hatte das das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmte. Sie fragte mich dann am Telefon, ob ich Geld im Büro hätte. Das war leider der Fall, ich hatte bei Ebay etwas erworben und hatte den Umschlag mit Geld auf meinem Schreibtisch liegen, weiteres Geld befand sich in einer Kassette im Sideboard. Sie sagte daraufhin, dass davon nicht mehr da wäre. Der Schornsteinfeger war natürlich schon einige Zeit weg, die Kinder immer noch am Toben und meine Frau immer noch unsicher. Also warteten wir bis zum nächsten Tag, bis ich zur Polizei ging und tags darauf meine Frau, um Anzeige zu erstatten. Natürlich habe ich auch beim Schornsteinfeger angerufen (bzw. seinem Chef, denn es handelte sich um den echten Schornsteinfeger!) um von dem Vorfall zu berichten, doch dieser stellte sich hinter seinen Mitarbeiter und streitete alles ab. Die Versicherung würde auch nichts bezahlen, weil Bargeld immer schwierig zu bewerten ist und es sich nicht um Trickbetrug handelte. Also war mir dann klar, dass das Geld weg war, es Wort gegen Wort stand und die Chancen marginal waren, eine Kompensation zu bekommen geschweige denn das gestohlene Geld wieder zu bekommen. Was habe ich daraus gelernt? Es war leichtsinnig, Geld relativ offen liegen zu lassen, das werde ich nicht mehr tun. Und dem Schornsteinfeger würde ich gerne Hausverbot erteilen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn die Bezirksschornsteinfeger nehmen hoheitliche Aufgaben wahr und der Zutritt zu den Kehrstellen darf ihnen nicht verwehrt werden. Meine Beschwerde beim Landkreis lief ins Leere, mir wurde lediglich zugesagt, dass ein Behördenvertreter beim nächsten Ortstermin mit dabei sein werde. Und darauf bin ich mal gespannt, denn wenn der Bezirksschornsteinfegermeister zur Feuerstättenbeschau im nächsten Jahr erscheinen wird, dann ist er nicht allein. Ein freier Schornsteinfeger, ein Behördenvertreter, die Presse, mein Rechtsanwalt und noch ein paar andere Leute werden seine Arbeit verfolgen, die ich natürlich auch auf Video aufzeichnen werde. Es bleibt weiter spannend….

Das Lehrergespräch (ein Gedächtnisprotokoll)

„Die Lehrerin hat uns verboten, während des Unterrichtes auf die Toilette zu gehen“. Dieser Satz fiel vor ein paar Wochen am MIttagstisch und machte mich hellhörig. Die Lehrkraft, eine Referendarin schien es wohl ein wenig zu übertreiben, zumal die Mathearbeit so schlecht ausgefallen war, dass sie wiederholt werden musste und die Arbeitsatmosphäre nicht gerade berauschend war während des Unterrichtes. Ausschlaggeben für mein Motivation, das Gespräch zu suchen, war aber auf jeden Fall das Toilettenverbot, denn das war für mein Verständnis absolut unverständlich. Die Gesetzeslage ist auf dem Gebiet auch glaskar: Es darf keinem Menschen verboten werden, die Toilette aufzusuchen. Wer ihm dies verwehrt, macht sich strafbar. Ich habe dann versucht, meinen Standpunkt schon per Email darzustellen, die ich in Kopie an den Direktor der Schule schickte. Die Antwort kam relativ zügig von der Lehrkraft, die Terminvorschläge für einen normalen Arbeitnehmer eher unmöglich, aber das war für mich ja kein Problem. Verwundert war ich allerdings darüber, dass die stellvertretende Direktorin bei dem Gespräch mit dabei sein sollte  bzw. wollte, vom Direktor selbst hatte ich keinen weiteren Kontakt. Pünktlich erschien ich dann zum Termin und sah in diesem Moment die Referendarin zum ersten mal. Sie war jung und schien mir unsicher, die Direktorin ergriff dann nach einer kurzen Begrüßung das Wort und wollte von mir wissen, was mich stören würde. Ich war sauer und habe das auch gleich so gesagt, denn für mich war es ein unhaltbarer Zustand, meinem Kind zu vewehren, die Toilette während des Unterrichtes benutzen zu dürfen. Allerdings hatte ich aber die Hoffnung, die Angelegenheit schnell regeln zu können, denn wie ja schon vorher erwähnt, ist hier die Gesetzeslage eindeutig. Doch weit gefehlt, denn nach meinem kurzen Statement ergriff die Direktorin das Wort. Sie war zunächst irritiert, weil ich mein Smartphone auf dem Tisch liegen hatte und sie befürchtete, ich würde das Gespräch aufzeichnen. Das habe ich natürlich sofort verneint und mich darüber gewundert. Dann legte sie die Gesprächsregeln fest und forderte, dass mich sich bitte ausreden lässt. Auch stieß bei mir Verwunderung hervor. Und dann ging sie auf meine Bedenken ein, mit folgender Argumentation: An der Schule sollen die Kinder „erzogen“ werden, den Unterricht ohne Toilettengänge „durchzuhalten“, deshalb würde man mit Restriktionen arbeiten. Es könne ja schließlich nicht sein, dass ständig der Unterricht dadurch gestört werde. Selbstverständlich würde man keinen Schüler davon abhalten, aber mit Verboten zu arbeiten bewertete sie als legitim. Also war klar, dass Sie meiner Kritik nicht folgte und sich komplett hinter die Referendarin stellte, was mir ja auch eigentlich im Vorfeld schon hätte klar sein müssen. Aber sie ging noch weiter. Zu meiner Unterrichtskritik bezüglich der mangelhaften Arbeitsatmosphäre (die Referendarin äußerte unter anderem auch folgende Sätze: „Das müsst ihr jetzt verstanden haben, das brauche ich nicht noch einmal zu erklären“ oder völliger Ignoranz bei Fragen, Schüler wurden mit Strichlisten bei ihren mündlichen Meldungen geführt) äußerte sie ihre Ansicht, dass eine Lehrkraft nicht Symphatieträger sein müsse und Strichlisten zur Ermittlung der mündlichen Note durchaus normal seien. An dieser Stelle war dann die Grundhaltung klar, ich war von der Ignoranz und Arroganz der Direktorin überrascht, die Referendarin sprach kaum und schaute mich mit ihren Rehaugen an, als würde sie versuchen, in mich hereinzuschauen. Das Fazit des Gespräches war für mich mehr als unbefriedigend: Keine Entschuldigung, keine Verhaltensänderung und auch das Gespräch wurde später auf meine Tochter fokussiert, um von generellen Defiziten der Unterrichtsqualität abzulenken. Ich war enttäuscht, denn meine Meinung über die Schule war bisher ziemlich gut, dsa hat sich nun geändert. Doch am meisten stört mich diese Machtlosigkeit von meiner Seite und die Beratungsresistenz der beiden Lehrkräfte. Ein gewisses Entgegenkommen hätte ich erwartet, doch dies war nicht der Fall. Eines ist aber klar: Sollte ich noch einmal mitbekommen, dass meinem Kind der Toiletten verwehr wird, werde ich eine Strafanzeige stellen.

Unauffällig im Internet

Ein angenehmer Effekt, den ich feststelle, ist doch die relative Anonymität, die mein Blog zu haben scheint. Kaum jemand verirrt sich auf diese Seite, was durchaus Vorteile hat. Denn wer immer in der ersten Reihe steht, wird oft auch am meisten gesehen und kritisiert. Das Schattendasein ist also unauffälliger und vor allem entspannter. Dennoch wird es interessant sein, ob sich das eines Tages noch einmal ändern wird. Ich habe diese Seite nicht für Suchmaschinen optimiert, Google & Co. haben also kein leichtes Spiel. Ebenso knabbert Facebook noch im Ungewissen, denn meine Beiträge lasse ich nicht mit meinem Account dort verlinken. Warum auch, ist doch viel schöner hier in einer kleinen Ecke des Internets, wo sich nicht viele Menschen verirren. Ein gutes Jahr ist diese Seite nun schon online und der Informationsgehalt ist nun wahrlich nicht groß. Aber welcher Blogger kann das schon von sich behaupten, es sei denn er präsentiert Produkte und Dienstleistungen, für die er wahrscheinlich auch bezahlt worden ist? Ich mache jedenfalls weiter, egal ob es jemand liest oder nicht.

Podiumsdiskussion 06.07.2016 zum Thema Glaubwürdigkeit der Medien

Am 06. Juli fand im Haus der Wissenschaft in Bremen eine Podiumsdiskussion statt zum Thema: „Fakten, Glaubwürdigkeit, Inszenierung. Kommunikation und Medienkompetenz im digitalen Zeitalter“

Die Veranstaltung wurde organisiert und durchgeführt von Studenten der Universität Bremen. Anschließend wurde die Arbeit mit einer Multimediareportage dokumentiert. Hier ist der Link:

http://podiumsdiskussion0607.pageflow.io/podiumsdiskussion

Ich habe sehr gerne an diesem abwechslungsreichem Projekt mitgearbeitet, weil es die einmalige Möglichkeit bot, dem doch teil sehr theoretischen Alltag der Universität zu entfliehen und entsprechende Praxiserfahrung zu sammeln. Gerade das neue Format der Multimediareportage ist hierbei zukunftsweisend.

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